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Hauspreise Linz: was die amtlichen Zahlen wirklich sagen

Die Statistik Austria weist für Häuser in Linz 27 Werte aus, von 2.221 bis 6.814 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Der Unterschied kommt fast zur Gänze aus dem Grundstück, und das ist auch der Grund, warum ein Einfamilienhaus nach einem anderen Verfahren bewertet wird als eine Eigentumswohnung.

Stand: 14. August 2026 · Lesezeit rund 9 Minuten · Alle Zahlen amtlich und mit Quelle

Beim Haus geht die übliche Rechnung nicht auf. Bei einer Wohnung kann man Quadratmeterpreis mal Fläche rechnen und liegt in der richtigen Größenordnung. Beim Haus stecken in dieser einen Zahl zwei völlig verschiedene Dinge: das Gebäude und der Grund darunter. Die amtliche Statistik trägt dem Rechnung, indem sie Häuser nach der Grundstücksgröße in drei Kategorien teilt.

Die amtliche Tabelle für Linz

Häuser nach Grundstücksgröße, Baujahr und Wohnfläche, Bezirk Linz, Jahrgang 2025, in Euro je m² Wohnfläche
Bis 19601961–1990Ab 1991
unter 110 m²110–150 m²über 150 m²unter 110 m²110–150 m²über 150 m²unter 110 m²110–150 m²über 150 m²
Kategorie A, Grundstück unter 5504.0063.6102.5254.6234.1662.9143.5243.1762.221
Kategorie B, Grundstück 550 - 800 m²5.0504.5513.1834.9814.4893.1405.8365.2593.678
Kategorie C, Grundstück über 800 m²5.8655.2853.6966.5255.8804.1136.8146.1404.294

Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Jahrgänge 2016–2025 (veröffentlicht 28.05.2026). Bearbeitet: Jahrgänge zu Zeitreihen zusammengeführt, Veränderungen daraus berechnet.

Alle Werte sind Euro je Quadratmeter Wohnfläche, nicht je Quadratmeter Grundstück. Der Grundwert steckt also im Quadratmeterpreis der Wohnfläche drinnen. Deshalb steigen die Werte von Kategorie A nach C so deutlich, obwohl das Gebäude dasselbe sein kann.

Was man an der Tabelle ablesen kann

Das Grundstück macht den Unterschied, nicht das Haus

Zwischen Kategorie A und Kategorie C liegen bei gleichem Baujahr und gleicher Wohnfläche gut 40 Prozent, beim Neubestand ab 1991 sogar über 90. Ein Haus mit 130 m² Wohnfläche auf einem 450-m²-Grundstück und dasselbe Haus auf 950 m² sind statistisch zwei ganz verschiedene Objekte. Wer in Linz ein Haus verkauft, verkauft in erster Linie Grund und Lage.

Mehr Wohnfläche heißt weniger je Quadratmeter

In jeder einzelnen Zeile fällt der Quadratmeterpreis von der kleinsten zur größten Flächenklasse, oft um ein Drittel. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Grundwert, der sich auf mehr Wohnfläche verteilt, und der Umstand, dass sehr große Häuser einen kleineren Käuferkreis haben. Für die Praxis heißt das: Ein Zubau bringt fast nie den Quadratmeterpreis des Bestands.

Die Neubauzeile ist bei kleinen Grundstücken die günstigste

Bei Kategorie A liegen die Häuser ab 1991 unter denen aus 1961 bis 1990. Das wirkt zunächst falsch. Nach unserer Marktbeobachtung steckt dahinter, was auf kleinen Parzellen seit den 1990er-Jahren gebaut wurde: Reihen- und Doppelhäuser in verdichteter Bauweise. Die sind neuer und energetisch besser, haben aber weniger Grund, weniger Freiraum und eine Wand am Nachbarn. Bei den Kategorien B und C, wo der Grund wirklich Platz bietet, dreht sich das Bild und der Neubau liegt vorne.

Warum ein Haus anders bewertet wird als eine Wohnung

Für eine Eigentumswohnung ist das Vergleichswertverfahren das richtige: Es gibt genug ähnliche Wohnungen, die tatsächlich verkauft wurden.

Beim Einfamilienhaus arbeitet man mit dem Sachwertverfahren. Der Grund und Boden wird über den Vergleichswert angesetzt. Dafür gibt es die Grundstückspreise, das Gebäude über die Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung. Erst am Ende wird das Ergebnis an den Markt angepasst. Der Grund für dieses Verfahren ist banal: Zwei Einfamilienhäuser sind selten so ähnlich, dass man sie direkt vergleichen kann. Grundriss, Ausbaustufe, Keller, Garage, Zubauten und der Zustand der Haustechnik unterscheiden sich immer.

Bei vermieteten Objekten und Zinshäusern kommt zusätzlich das Ertragswertverfahren ins Spiel, weil dort der erzielbare Mietertrag den Wert bestimmt und nicht die Wiederbeschaffung.

Der Energieausweis beim Hausverkauf

Ein Energieausweis ist für Gebäude vorgeschrieben, die verkauft oder vermietet werden. Für ein unbebautes Grundstück braucht es keinen, und für ein Abbruchobjekt ebenso wenig.

Bezahlt wird er immer vom Eigentümer, auch wenn der Makler die Erstellung organisiert. Zum Preis lässt sich schwer etwas Allgemeines sagen, die Angebote reichen von reinen Online-Erstellern bis zum Ziviltechniker. Das Kriterium, auf das es ankommt, ist ein anderes: Der Ersteller muss tatsächlich vor Ort gewesen sein. Ein Ausweis, der ohne Besichtigung aus übermittelten Plänen entsteht, ist im Streitfall angreifbar, und beim Hausverkauf ist der Energieausweis ein Vertragsbestandteil, kein Formular.

Praktisch wichtiger als der Kennwert ist ohnehin der tatsächliche Verbrauch. Die Heizkostenabrechnungen der letzten zwei bis drei Jahre gehören in jede Unterlagenmappe. Käufer glauben einer Abrechnung mehr als einer Farbskala, und bei einem gut gewarteten Altbestand ist der reale Verbrauch oft besser als der rechnerische Kennwert.

Wie sich Häuser und Wohnungen in zehn Jahren entwickelt haben

1.8992.6503.4004.1514.902201620182020202220242025
Eigentumswohnung, Bj. 1961–1990, mit AußenflächeHaus, Bj. 1961–1990, mittleres Grundstück
Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Jahrgänge 2016–2025 (veröffentlicht 28.05.2026). Bearbeitet: Jahrgänge zu Zeitreihen zusammengeführt, Veränderungen daraus berechnet. Werte in Euro je m² Wohnfläche.

Mehr dazu im Beitrag Immobilienpreise Linz: die Entwicklung.

Häufige Fragen

Zu welcher Kategorie gehört mein Grundstück?

Die Grenzen sind je Bezirk verschieden und stehen in der Tabellenüberschrift. Für Linz gilt die Einteilung nach der Grundstücksfläche laut Grundbuch, nicht nach der bebauten Fläche.

Rechne ich Wohnfläche mal Quadratmeterpreis und habe den Hauswert?

Als grobe Einordnung ja, als Verkaufspreis nein. Der amtliche Wert kennt Ihr Grundstück nur über die Größenkategorie, nicht über Lage, Zuschnitt und Widmung, und Ihr Gebäude nur über Baujahr und Fläche, nicht über Zustand, Keller, Heizung, Garage oder Zubauten.

Brauche ich für eine Verlassenschaft oder Scheidung ein Gerichtsgutachten?

Vorgeschrieben ist das nirgends, auch nicht bei Verlassenschaft, Scheidung oder im Gerichtsverfahren. Klug ist es dort trotzdem oft, weil ein Gutachten eines gerichtlich beeideten Sachverständigen praktisch nicht angreifbar ist, wenn die Beteiligten unterschiedlicher Meinung sind. Für die Frage „was bringt das Haus am Markt“ ist eine Bewertung durch einen Immobilientreuhänder der schnellere und meist realitätsnähere Weg.

Was ist mit Zubauten, die nicht im Plan stehen?

Die gehören vor dem Verkauf geklärt, nicht danach. Ein nicht bewilligter Zubau ist verkäuflich, wenn er auffällt, eingepreist wird und der Käufer schriftlich bestätigt, dass er ihn kennt. Der teure Fehler ist nicht der Mangel, sondern der Mangel, der erst beim Notar auftaucht.

Wie aktuell sind die Zahlen?

Jahrgang 2025, veröffentlicht am 28. Mai 2026 von der Statistik Austria. In den Wert fließen die Kaufverträge von 2021 bis 2025 ein, hochgerechnet auf das Preisniveau 2025.